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Eindrücke.

HÖRBARES ZUM ANSCHAUEN UND LESEN
Begleitbroschüre zur Ausstellung THE SOUND OF LECH
veröffentlicht am 05.10.2020

Wie klingt Heimat? Welche Geräusche prägen Lech? Welche Klänge sind vergessen oder gar ganz verschwunden? Die grafisch und inhaltlich reichhaltige Publikation dokumentiert die Ausstellung „THE SOUND OF LECH – Der Klang eines Ortes“ und ihre Ergebnisse. Sie macht diese auf den Hörsinn fokussierte Ausstellung ganz visuell erfahrbar und bietet auch denen, die sie bereits besucht haben, Erhellendes in Text und Bild über die Klanglandschaft und damit über die Kulturgeschichte von Lech.

Hier ein paar erste Einblicke:

Verkehrslärm

Durch den Einsatz der neu auf den Markt gekommenen Mercedes-Unimog Schneefräsen war es im Winter 1950/51 erstmals möglich, die Straße zwischen Stuben und Lech vom Schnee frei zu räumen. Der private Automobilverkehr erreichte Lech nun auch im Winter. Die Pferdekutschen verschwanden aus dem Ortsbild und mit ihnen auch ihr Klang. Die Winteröffnung der Flexenstraße ab 1950 und der Ausbau von Lawinengalerien hatte für den touristischen Zustrom und die Erschließung von Lech große Relevanz. Die Zunahme des innerörtlichen Individualverkehrs und die steigende Motorisierung in den 1960er Jahren führte aber zeitweise auch zu einem Verkehrs- und Lärmproblem.

Sägen und klopfen

Seit dem späten 17. Jahrhundert fertigten die Küfer der Familie Huber in der Werkstatt des Huber-Hus verschiedenste Holzgefäße zur Aufbewahrung von Milchprodukten. Es wurde gehobelt, geschliffen, gesägt und gebohrt. Als der letzte Küfer Otto Huber 1996 starb, verstummte der Klang des Küferhandwerks (der Fassbinderei) im Huber-Hus.

Leise speisen

Bei der Planung des neuen Speisesaals legte das Hotel Post auch auf die Akustik des Saals großen Wert. Die Gespräche der Tischnachbarn sollten genauso gedämpft werden wie das Besteckklappern, die Schritte des Personals oder die Klimaanlage. Dafür wurden vom Akustiker im Vorfeld präzise Berechnungen angestellt.

Breites Spektrum
Die Themenvielfalt in Broschüre und Ausstellung reicht von der Geschichte der Lecher Kirchenglocken bis zur Schiefertafel in der Schule, vom „Klang des Raumes“ bis zum Hubschrauberlärm. Die zweite Ausgabe der 2018 begründeten Schriftenreihe LECHSCHRIFTEN erscheint am 15. Oktober 2020 und wird im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Museumsvereins Lech präsentiert.
Zum Museumsshop

Foto Speisesaal Hotel Post: (c) Christian Prasser, Wien
andere Fotos: (c) Lechmuseum

 

EIN WOCHENENDE VOLLER ÜBERRASCHUNGEN
Auf Klang-Schatz-Suche mit Museumsmaus Huberta
veröffentlicht am 13.09.2020

Fröhlich und quirlig durch den Ort ziehen und dennoch die Ohren spitzen und aufmerksam wahrnehmen – dass das kein Widerspruch ist, bewiesen am „Reiseziel Museum“-Wochenende 56 Kinder und 25 Erwachsene, die mit dem Team des Lechmuseums auf Klang-Schatz-Suche gingen. Sie hörten Bienensummen und Wasserrauschen, aber auch von Menschen gemachte Klänge, die aus den Häusern kamen: ein Schlagzeug, rockige Musik oder das Geräusch des Donnerrohrs. Gemeinsam entdeckten sie, dass auch die Stille ihren Klang hat. Am Sonntag war die Schatzsuche märchenhaft, glitzernd und klingend.

„Wer hat noch keinen Klanglauscher?“ Sabine Maghörndl hat für die Schatzsucherinnen und Schatzsucher ein wunderbares Utensil vorbereitet.

Erst als alle Kinder und Erwachsenen einen der gelben, trichterförmigen Klanglauscher um den Hals hängen haben, setzt sich der Zug in Bewegung, vom Huber-Hus zu den Stationen der Klang-Schatz-Suche. Der „Klanglauscher XXL“ wird auf einem Wagen transportiert, Museumsmaus Huberta ist natürlich auch dabei.

Die erste Station ist der „Ohrenspitzerplatz“. „Hier bringen wir unsere Ohren in Schwung“, erklärt Sabine Maghörndl lachend und leitet alle an, mit besonderen Übungen die Ohren zu „spitzen“ und zu öffnen. „Wenn ich dann noch dazu den Klanglauscher verwende, klingt es wirklich ganz anders“, staunt eines der Kinder.

Handwerks-Klänge
Der bunte, fröhliche Tross zieht weiter, bis Sabine alle auffordert, innezuhalten und zu lauschen. Was ist das für ein Geräusch, das hier ertönt? „Es könnte ein Xylophon sein“, ruft ein Mädchen. „Oder es hämmert jemand“, vermutet ein Bub. Das Rätsel löst sich, als die Gruppe bei der Tischlerei von Herta ankommt. Das Geräusch kommt von Sigi, der hier seine Sense dengelt. „Nur wenn die Schneide ganz dünn und scharf ist, kann man damit Gras mähen“, erklärt er und führt es in seinem Garten gleich vor. Nicht nur die Kinder sind davon beeindruckt, auch die Erwachsenen kommen ins Erzählen: „Mit so einer Sense hat unser Opa früher den Hang hinter dem Haus gemäht“, erklärt eine Teilnehmerin ihrem Sohn, der fasziniert feststellt: „Das war also früher der Rasenmäher!“ Aus der Werkstatt erklingt nun ein Geräusch, das viele gleich erkennen: Herta sägt an ihrer Werkbank ein Stück Holz. Die Kinder dürfen nicht nur lauschen, sondern auch selbst sägen und hobeln.

Der Körper als Musikinstrument
Die Erfahrung, dass man Klänge anders wahrnimmt, wenn man sich bewusst aufs Hören konzentriert, können alle bei der nächsten Hörstation machen. Hier wird der „Klanglauscher XXL“ vom Wagen geholt: zwei große Hörtrichter, verbunden durch einen mehrere Meter langen, biegsamen Schlauch. Die geheimnisvollen und wunderschönen Töne, die nun zu hören sind, klingen durch den großen Kegel noch mystischer als mit „freiem Ohr“. Der Musiker Andreas Paragioudakis hat die Musik seiner Handpan entlockt. Das runde Blechklanginstrument, das wie eine umgedrehte, zerbeulte, klingende Pfanne aussieht, kommt wieder in die Tasche. Den Weg zum sport.park.lech begleitet der Musiker dennoch äußerst klangvoll – wobei sein Instrument so klein ist, dass man es kaum sieht.

„Beim Maultrommelspielen wird mein Körper zum Instrument“, erklärt Andreas den staunenden Kindern. „Wenn ich die Maultrommel anzupfe, ohne sie an meinen Mund zu halten, hört man sie fast nicht. Nur durch den Körper können die Töne erklingen.“ Von lauten und leisen, hellen und dunklen Maultrommelklängen begleitet, trifft die Gruppe im sport.park.lech ein, wo schon alles vorbereitet ist für den märchenhaften Höhepunkt der Schatzsuche.

Die Gans im Wald
„Das Märchen von der Goldenen Gans finde ich wunderschön, weil es zeigt, dass manchmal das Unverhoffte, das uns begegnet, viel bewirken kann – auch wenn wir zuerst gar nicht wissen, was wir damit anfangen sollen“, sagt Märchenerzählerin Monika Hehle. Sie versteht es, Kinder und Erwachsene zu begeistern und nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitmachen zu gewinnen. Dass Andreas Paragioudakis das Märchen akustisch untermalt, lässt das Geschehen schon fast zum Film mutieren. Die Hiebe der Axt, das Hüpfen des Männleins im Wald – Andreas hat für jede Szene die passenden Töne im Repertoire. Und am Ende, wenn der Bauernsohn die Prinzessin zur Frau bekommen hat, klatschen und wippen alle fröhlich mit. „So wie im Märchen die Prinzessin aus ihrer Starre erwacht, wurde auch das Geschehen im Saal immer lebendiger“, freut sich Erzählerin Monika Hehle.


Am „Reiseziel-Museum“-Wochenende am 5. und 6. September 2020 lud das Lechmuseum passend zur Ausstellung „THE SOUND OF LECH – Der Klang eines Ortes“ viermal zur Klang-Schatz-Suche ein. 81 Personen nahmen daran teil. Besonderer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die die Klangstationen mit Begeisterung geplant und umgesetzt haben – und all jenen, die ihre Türen dafür geöffnet haben. Für das facettenreiche Konzept und die Umsetzung war Sabine Maghörndl verantwortlich. Mitwirkung bei der märchenhaften Klang-Schatz-Suche am Sonntag: Monika Hehle (Märchenerzählerin) und Andreas Paragioudakis (Musiker).
„Reiseziel Museum“ ist eine gemeinsame Aktion von insgesamt 36 Museen in Vorarlberg, Liechtenstein und dem Kanton St. Gallen, die ein spezielles Familienprogramm und Entdeckungsreisen für die ganze Familie anbieten. Alle Kinder, die teilnehmen, erhalten ein Reiseziel-Köfferle und einen Reisepass, der in jedem Museum abgestempelt wird.

(MÄUSE-)OHREN SPITZEN. KLANGSCHÄTZE SUCHEN.
Familienwochenende mit Museumsmaus Huberta in Lech
veröffentlicht am 19.08.2020

Schätze gibt es nicht nur im Märchen, sondern manchmal auch hinter der nächsten Ecke, in einem dunklen Versteck oder mitten auf einer Wiese. Am „Reiseziel Museum“-Wochenende am 5. und 6. September 2020 lädt das Lechmuseum zur Schatzsuche ein. Und weil sich im Lechmuseum derzeit alles um das Hören dreht, werden auch hier die Ohren gespitzt. Natürlich ist nicht jede Schatzsuche gleich. Am Samstag gibt es Klanggeschichten, am Sonntag wird es märchenhaft. Immer mit dabei ist Huberta, die neugierige Museumsmaus, die besonders feine Ohren hat. Sabine Maghörndl verrät, worauf sich Kinder und ihre Familien freuen können.


Bei einer Klang-Schatz-Suche mitzumachen, das klingt recht geheimnisvoll. Was kann man sich denn darunter vorstellen?
Sabine Maghörndl: Wir starten am Samstag und am Sonntag jeweils um 10 und 14 Uhr beim Lechmuseum und gehen auf die Suche nach versteckten Klängen im Dorf. Einige dieser Klänge sind wirklich geheimnisvoll, weil man sie heutzutage kaum noch hört.

Du kannst jetzt natürlich nicht verraten, welche das sind?
Der Spaß besteht ja unter anderem darin, dass wir gemeinsam überlegen, was das sein könnte, was wir gerade hören. Und an manchen Stellen wird uns auch jemand erwarten und uns Geschichten zu einem speziellen Klang erzählen. Das muss natürlich eine Überraschung bleiben.

Heißt das, die ganze Gruppe geht lauschend durchs Dorf und versucht, interessante Klänge aufzuspüren?
Spannende Klänge gibt es natürlich überall, wenn man genau hinhört. Aber bei der Klang-Schatz-Suche ist es ein bisschen verzwickter. Manche der Klänge sind richtig gut versteckt, sie schlafen zum Beispiel hinter Türen und Fenstern. Dort müssen wir dann vielleicht ein Zauberwort finden, um sie aufzuwecken. Erst dann können wir sie hören.

Huberta, die Museumsmaus, hat ja sehr gute Ohren. Sie verwendet aber trotzdem ein Hilfsmittel, um noch besser zu hören. Können Kinder das auch tun?
Alle Kinder, die am „Reiseziel Museum“-Wochenende zu uns ins Lechmuseum kommen und bei der Klang-Schatz-Suche mitmachen, erhalten einen „Klanglauscher“. Mit diesem auf Schatzsuche zu gehen, ist ein Erlebnis für sich. Und für den besonderen Spaß zwischendurch haben wir den „Klanglauscher XXL“. Er eignet sich hervorragend, um sich durch einen langen Schlauch etwas zuzuflüstern.

Am Sonntag wird die Klang-Schatz-Suche märchenhaft und musikalisch. Was erwartet die Schatzsucherinnen und Schatzsucher?
Die beiden Spaziergänge am Sonntag sind märchenhaft, weil die Kinderbuchautorin und Illustratorin Monika Hehle uns begleiten wird. Und da kann sich schon mal eine Zeichnung in ein Wesen verwandeln, das fröhlich durch den Wald hüpft. Wir werden gemeinsam in der Wiese sitzen und dem Märchen lauschen, das sie uns erzählt. Musikalisch begleitet wird das Geschehen von Andreas Paragioudakis, der aus seiner Klangschatzkiste eine Vielfalt von Instrumenten hervorzaubern wird.

Und wenn die Kinder mitmachen wollen?
Dann ist das ideal – sie können laut und leise, ruhig oder in Bewegung beim Märchen mitwirken.

Beim „Reiseziel Museum“ kann man ja mehrere Museen im Land besuchen. Die Kinder werden zu Reiseleiterinnen und Reiseleitern.
Genau, und dafür brauchen sie natürlich einen Koffer! Kinder, die schon einmal an dieser Aktion teilgenommen haben, haben bereits als Geschenk einen kleinen Koffer aus Holz bekommen. Den können sie mitbringen. Alle Kinder, die zum ersten Mal teilnehmen, erhalten als Geschenk eines dieser Köfferchen.

Worauf freust Du Dich besonders?
Ich freue mich darauf, die Familien zum „Ohrenspitzerplatz“ zu bringen. Dort werde ich ihnen verraten, wie man besser hören kann – und das probieren wir dann auch gleich zusammen aus.

Die Klang-Schatz-Suche beginnt am Samstag, 5. September und am Sonntag, 6. September 2020 jeweils um 10 und 14 Uhr beim Lechmuseum. Anmeldung ist nicht nötig – einfach pünktlich da sein und gemeinsam losgehen! Bei Schlechtwetter fällt die Schatzsuche kürzer aus und das Märchen mit Musik (am Sonntag) wird an einen geschützten Ort verlegt. Treffpunkt ist dennoch in jedem Fall beim Lechmuseum im Huber-Hus, von wo gemeinsam gestartet wird. Die Klang-Schatz-Suche dauert ca. zwei Stunden.

Am „Reiseziel Museum“-Wochenende ist das Lechmuseum durchgehend von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Museumsmaus Huberta: © Illustration Monika Hehle

GEMEINSAM EIN HIGHLIGHT ERMÖGLICHEN
Ihre Spende für das Winter-Wander-Theater SKI LABOR LECH
veröffentlicht am 18.08.2020
 
Das exklusiv für Lech entwickelte Winter-Wander-Theater SKI LABOR LECH soll ab dem kommenden Winter ein Fixpunkt in jeder Saison werden. Es erzählt auf äußerst feinfühlige, spannende und unterhaltsame Weise von den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die Lech auf dem Weg zum heutigen Ski- und Tourismusort durchlaufen hat.
 
Um das Projekt realisieren zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Auf der Crowdfunding Plattform mit.einander.at können Sie ganz einfach online spenden. Bis 20. September 2020 wollen wir unser Ziel von 9.000 Euro erreichen. Jeder Beitrag zählt!
 
 

„Als die Mitglieder des Ensembles bei der Projektpräsentation ein paar der ausgewählten Texte szenisch vorgetragen haben, war mir sofort klar: Dieses Theaterprojekt ist für Lech eine einzigartige Gelegenheit und wird die Herzen der Einheimischen und Gäste berühren. Es macht spürbar, dass hinter all dem Spaß und Trubel des Skitourismus immer schon Menschen gestanden sind, die sich mit Überzeugung und Leidenschaft für gute Entwicklungen eingesetzt haben. Ein Winter-Wander-Theater ist das perfekte Format für dieses wichtige Projekt. Ich freue mich schon heute darauf!“
Peter Burger
Vorstandsmitglied Museumsverein Lech

KLÄNGE SAMMELN. LECH ERLEBEN.
Lauschend unterwegs beim sonntäglichen Klangspaziergang
veröffentlicht am 04.08.2020

Wie klingt eigentlich die Rüfikopfbahn, wenn sie gerade losfährt? Wer genau hinhört, kann in diesem Moment ein ganzes Klangspektrum wahrnehmen. Wie lohnend es ist, sich einmal bewusst der akustischen Seite unserer Umgebung zu widmen, erleben Einheimische und Gäste jeden Sonntag bei den Klangspaziergängen des Lechmuseums. Die Rundgänge sind Teil des Rahmenprogramms zur aktuellen Ausstellung THE SOUND OF LECH – Der Klang eines Ortes, die anschließend gemeinsam besucht wird.

 


„Was hören Sie normalerweise als erstes, wenn Sie morgens aufwachen?“ Johanna Moser hat als Begleiterin der sonntäglichen Klangspaziergänge schon viele interessante und lustige Antworten auf diese Frage gehört, mit der sie ihre Gäste gern am Treffpunkt Rüfiplatz begrüßt. „Die WC-Spülung in der Nachbarwohnung“, antwortet ein Teilnehmer an diesem Sonntag, was vor allem die anwesenden Kinder zum Kichern bringt. „Das Zwitschern der Vögel“, sagt eine Teilnehmerin. Andere denken angestrengt nach und stellen an dieser Stelle bereits fest, dass sie Tönen und Geräuschen im Alltag wenig Aufmerksamkeit schenken.

Die Wahrnehmung schärfen
Dazu passt die erste Höraufgabe, die nun alle bekommen: Schweigend und lauschend soll die Gruppe ein kleines Stück nach oben gehen, weg von der Hauptstraße, und während dieser paar Minuten „Klänge sammeln“ – also aufmerksam wahrnehmen, was alles zu hören ist. Die 20-jährige Johanna Moser geht voran und lädt dann zum Austausch ein. „Man hört ganz schön viel, wenn man hinhört“, sind sich alle einig. Bachrauschen, Straßenlärm, Kuhglocken, Vogelgezwitscher, Klimaanlagen, die Schritte auf Asphalt oder Kies, das eigene Atmen – und die Geräusche verändern sich ständig: „Das Rauschen des Baches klingt nach jedem Meter anders“, stellt ein aufmerksamer Zuhörer fest.

Klänge einfangen

Nun lüftet Johanna das Geheimnis der großen Umhängetasche, die sie über der Schulter getragen hat, und zieht einen Hörtrichter für jede Person heraus. Die großen Kegel sind den Verkehrsleitkegeln nachempfunden, die man aus dem Straßenverkehr kennt – doch die gelbe Farbe und der Schriftzug im Design der Ausstellung THE SOUND OF LECH signalisieren deutlich, dass sie nicht für eine Baustelle gedacht sind. Mit dem Hörtrichter am Ohr lassen sich Geräusche „einfangen“, plötzlich wirken die Kirchenglocken viel näher, die Vögel scheinen in ein Megaphon zu singen. Lauschend zieht die Gruppe weiter und lässt sich von der Klangreiseleiterin immer wieder mit neuen Höraufgaben überraschen. Sogar die alte Kirche wird besucht. Und auch hier, an diesem Ort der Stille, ist allerhand zu hören.

Stille?
„Es gibt ja Räume, wo man sagt, hier ist wirklich nichts zu hören“, erzählt Johanna Moser, „doch auch dort hört man immer etwas. Wenn sonst nichts mehr da ist, hört man eben das eigene Blut fließen oder den eigenen Atem. Eigentlich hören wir unser ganzes Leben lang immer etwas.“

Audio: Johanna Moser animiert die Teilnehmer/innen des Klangspaziergangs in der Kirche zum genauen Hinhören

Um ihren Gästen die Akustik der Kirche näherzubringen, hat sie sich die musikalische junge Frau etwas ganz Besonderes überlegt. Neugierig geworden? Die Klangspaziergänge gibt es noch bis 13. September 2020, Treffpunkt ist jeden Sonntag kurz vor 9 Uhr am Rüfiplatz. Anmeldung hier.

 

WINTER-WANDER-THEATER
SKI LABOR LECH
veröffentlicht am 03.08.2020

Ab der Wintersaison 2020/21 soll es in Lech einen neuen jährlichen Fixpunkt geben: Das Winter-Wander-Theater SKI LABOR LECH ist ein Theaterstück über die Skikultur. Das Lechmuseum lädt zu einer winterlichen Theaterwanderung mit überraschenden Aufführungsorten in Lech.

LECHMUSEUM AUF SPURENSUCHE
Der Autor und Theaterwissenschaftler Andreas Kosek hat das Stück eigens für uns geschrieben. Es basiert auf den wissenschaftlichen Forschungen zur Skikultur und Geschichte von Lech. Gemeinsam mit dem Ensemble Teatro Caprile wandert das Publikum zwischen Lech und Zug auf den Spuren der Entwicklung des Wintersportes am Arlberg.

IHR BEITRAG IST GEFRAGT
Der Großteil der Produktionskosten ist von lokalen Partnern und der öffentlichen Hand bereits fix zugesagt. Trotzdem fehlen derzeit noch 9.000 Euro zur Realisierung. Wir starten daher eine Crowdfunding-Aktion, die ab Ende Juli 2020 läuft. Mit Ihrem Beitrag helfen Sie mit, ein Kulturerlebnis der besonderen Art für Einheimische und Gäste zu ermöglichen. Auf der Website www.mit.einander.at können Sie das Projekt unterstützen. Für Ihre Spende erhalten Sie selbstverständlich ein Dankeschön!

DIE PREMIERE
findet im Dezember 2020 statt. Weitere Termine sind für Winter 2020/2021 und die darauffolgenden Jahre geplant.

WOZU?
SKI LABOR LECH ist eine Initiative des Lechmuseums und soll auf künstlerische und partizipative Weise
– im Tourismusort Lech lokales Bewusstsein schaffen
für eine ehrliche gemeinsame Auseinandersetzung, auch mit der eigenen Geschichte
– Diskussion ermöglichen
indem historische Entwicklungen wie durch ein Brennglas geschärft dargestellt werden
einem breiten Publikum Wissen vermitteln
und die wissenschaftlichen Ergebnisse der Skikultur-Forschung veranschaulichen
das Selbstbewusstsein des Ortes Lech stärken

SKI LABOR LECH soll zum jährlichen Fixpunkt der zukünftigen Wintersaisonen werden!

Foto: Zürs 1938 (c) Universitätsbibliothek Augsburg - Erika Groth-Schmachtenberger

Folgende PARTNER unterstützen das Projekt:
Gemeinde Lech hier
ski.kultur.arlberg hier
Lech Zürs Tourismus hier
Skischule Lech hier
Ski Arlberg / Pool West hier
Raiffeisenbank Lech hier
Hypobank Lech hier
Land Vorarlberg Kultur hier
Leader Regionalentwicklung Vorarlberg hier